Wappenschmiede

Die Elmsteiner Wappenschmiede
 
die Gründung der Elmsteiner Wappen- oder Waffenschmiede (also Werkzeugschmiede) geht auf die Zeit um 1790 zurück. Damals wurde durch Johann Adam Lan(t)z gegenüber der damals bereits bestehenden Mahlmühle ein wasserbetriebenes Hammerwerk angelegt, welches später durch die Familie Römer, zuletzt bis nach 1970 durch die Familie Haag weiterbetrieben wurde. Erzeugt wurden hauptsächlich Werkzeuge und Geräte für die Forst- und  Landwirtschaft, für Steinbrecher, Steinmetze, Maurer und Fuhrleute. Um 1890 wurde eine heute noch bestehende Sägemühle angebaut und per Transmission  über ein Wasserrad der Schmiede angetrieben. Das technische Kulturdenkmal "Wappenschmiede Elmstein" ist von  überregionaler Bedeutung, da hier die "bundesweit einzige betriebliche Kombination aus Hammerschmiede und Sägemühle" erhalten ist (letztere steht vor der Wiedereinrichtung!). Die Elmsteiner Wappenschmiede ist eine der drei letzten Hammerschmieden in ganz Rheinland-Pfalz!

Herzstück der Hammerschmiede ist das wasserbetriebene  dreischlägige Schwanzhammerwerk, das nach aufwändiger Instandsetzung wieder betriebsbereit ist und bei den monatlich stattfindenden Tagen der "Offenen Werkstatt" regelmäßig eingesetzt wird. Die zentnerschweren Schwanzhämmer, ein Federhammer und die Bohrmaschine, werden  über ein Wasserrad mit von  über 2 m Durchmesser und 1,40 m Breite angetrieben.
Ein kleineres Wasserrad ist für den Antrieb des Gebläses bestimmt. Der große Schleifstein (heute noch ca. 1,60 m Durchmesser) sowie das ehemals vorhandene Sägegatter einer Einblattssäge wurden früher  über ein drittes Wasserrad betrieben. Nach 1951 wurde eine Turbine zur Stromerzeugung eingebaut, die jedoch zwischenzeitlich verschrottet werden musste. Ein "Accumulator" von 1920 weist darauf hin, dass bereits zu Beginn des 20.
Jahrhunderts  an dieser Stelle Energie gewonnen wurde - in der gegeüberliegenden M ühle per Turbine und Generator - in der Wappenschmiede mit galvanischen Batterien.

Der Förderverein der Wappenschmiede hat sich die Aufgabe gestellt, das technische Denkmal dauerhaft zu reaktivieren - und es zusammen mit der "Leidnerschen Sägemühle (an der Legelbachmündung, ca. 400 m oberhalb der Wappenschmiede gelegen) für Besucher regelmäßig zu  öffnen. Allein bereits durch diese beiden  überregional bedeutsamen historischen Mühlenbetriebe wird Elmstein als "Mühlendorf im Pfälzerwald" zum Anziehungspunkt für Liebhaber alter Technik! Weitere technikhistorische Raritäten sind die ehemalige Samenklenge ("Haus der Forst- und Waldgeschichte"), die Buchdruckerei Vorstoffel in der Bahnhofstr. 89 und selbstverständlich die Museumsbahn "Kuckucksbähnel", die früher das Holz aus dem Tal beförderte.
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