vergrößernLokomotive "Speyerbach"
 
Scherenschnitt der Künstlerin Karin Jung
 
vergrößernAusfahrt aus Lambrecht
 

 



 

Die Museumsbahn Kuckucksbähnel

Ein ganzes Jahrhundert ist es her, dass die Genehmigung für den Bau der Eisenbahnstrecke Sattelmühle-Elmstein erfolgte. Am 10. August 1904 erteilte der Landtag in München die behördliche Genehmigung zum Bau dieser für viele Bewohner des Elmsteiner Tales lang ersehnten Lokalbahn. Im darauffolgenden Jahr konnten die Bauarbeiten aufgenommen werden.

Weitere vier Jahre später war es dann endlich soweit, das „Kuckucksbähnel“ sollte in festlichem Girlandenschmuck zum ersten Mal von Elmstein nach Lambrecht fahren. Die sogenannte Abnahmefahrt fand am 23. Januar 1909 um 6.20 Uhr statt. Die Jungfernfahrt endete jedoch abrupt nach nur wenigen Metern infolge falscher Weichenstellung. Der Zug fuhr mit Volldampf in den Lokschuppen. Unter den Zuschauern war ein Todesopfer zu beklagen. Die Lok hatte nur wenige Schrammen, am Lokschuppen hingegen waren größere Schäden entstanden.

Zwei Stunden später konnte die Inspektionsfahrt mit einem Ersatzzug stattfinden. Um 10.00 Uhr eröffnete der damalige Bürgermeister Landeck feierlich den Betrieb des Kuckucksbähnels und der erste Personenzug begann seine Fahrt. Das Kuckucksbähnel hatte die Postkutsche abgelöst und brachte der damaligen Bevölkerung erhebliche Verbesserungen.

Kaum mehr als ein halbes Jahrhundert später, am 29. Mai 1960 wurde seinerseits das Kuckucksbähnel abgelöst, die Personenbeförderung auf der Strecke Elmstein-Lambrecht wurde eingestellt. Die Bahn stellte aus Gründen der Wirtschaftlichkeit auf den Busverkehr um. Der Güterverkehr dauerte noch weitere 17 Jahre, 1977 wurde die Strecke schließlich stillgelegt. Es sollten sieben „magere“ Jahre folgen, bis endlich das Kuckucksbähnel aus seinem Dornröschenschlaf geweckt werden konnte. Wachgeküsst wurde das stählerne Dornröschen von einem engagierten Personenkreis, der sich am 14. Februar 1984 unter dem Namen Kuckucksbähnel-Betriebs-GmbH (kurz KKB) zusammenfand. Ähnlich wie ehemals das Dornröschenschloss waren die altehrwürdigen Bahngleise überwuchert von dornenreichem Bewuchs und bis zur Wiederinbetriebnahme des Kuckucksbähnels war harte Arbeit angesagt, die vorwiegend ehrenamtliche Helfer leisteten.

Am 2. Juni 1984 durfte das Kuckucksbähnel „Auferstehung“ feiern, ein Dreivierteljahrhundert nach Erstinbetriebnahme und zwei Dutzend Jahre nach Einstellung der Personenbeförderung. Damals wie heute hörte der Zug ins Elmsteiner Tal übrigens auf den Namen „Kuckucksbähnel“, schließlich führt die Fahrt ins romantische Kuckucksland...
Text: Karin Jung

 
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