Historie

Historie
 Die topografische Lage bei der stauferzeitlichen Burg und die Bezeichnung als Waffenschmiede könnten zur Annahme verleiten, die Schmiede habe ein ähnliches Alter wie die Burg und Kriegsgerät nach dort geliefert. Die Urkundenlage, wonach die Schmiede erst 1792 durch Johann Adam Lanz, von Mückenwiese, eingerichtet wurde, die Tatsache, dass mit dem Begriff „Waffen“(= pfälzisches Wort "Wappen") bis ins 19. Jh. hinein alle eisernen Geräte und Werkzeuge bezeichnet wurden, und die historische Struktur der sehr früh hochspezialisierten, in den mittelalterlichen Städten konzentrierten Blankwaffen- Geschütz- und Harnisch-Produktion, widersprechen indes jener öfters vorgetragenen Behauptung.

Adam Lanz betrieb bis zu seinem Tode 1822 auch die durch ein gemeinsames Flutergerinne mit Betriebswasser versorgte, gegenüber liegende Mahl- und Sägemühle. Bis ins 20 Jh. hinein wurden auf engstem Raum fünf Wasserräder betrieben: drei Räder der Schmiede für vier Hämmer, Blasebalg und Schleifstein.

Nach Lanz wurde der Mühlenbesitz geteilt – die Familie Römer betrieb bis zum Konkurs in 1886 die Schmiede – und dies führte ab 1887 unvermeidlich zu Wasserstreitigkeiten zwischen dem damaligen Mühleneigner Schmalenberger und den nachfolgenden Hammerschmieden namens Haag, welche bis in die Mitte der 1970er Jahre das Handwerk fortführten.

Heinrich Haag produzierte wie seine Vorgänger Werkzeuge für die Forst- und Landwirtschaft, für Steinbrecher und Maurer – die Schmiede änderte ihren baulich-technischen Bestand durch die Überbauung der Werkstatt mit einem Wohnhaus um 1900, den Anbau eines über Transmission betriebenen Sägewerks über das Wasserrad des Schleifsteins, nachdem die nach 1844 zeitweise in Gang befindliche Hanfreibe stillgelegt war, den Einbau einer Turbine mit Transmissionen, den Ersatz eines schweren Schwanzhammers (dessen Kopf in der Schmiede erhalten ist ) durch einen Federhammer bei Verkürzung des Hammergerüstes auf drei Hämmer. Um 1930 wurde der hölzerne Wellbaum des Hammerwerks durch eine Stahlwelle mit Eisenbahnrädern als Nockenringen ersetzt.

Nach dem Tod Heinrich Haags wurde die Schmiede zunächst mit großem örtlichem Engagement erhalten, jedoch konnte der vollständige Holzabbau durch Fäulnis an Wasserrad und Hammerschabotten nicht aufgehalten werden: Im Anschluss an den völligen betrieblichen Stillstand , auch durch Verlust des Wasserrechts und den fortschreitenden jahrelangen Verfall der Anlage, gründete sich in 2012 ein gemeinnütziger Förderverein, der eine betriebsfähige Instandsetzung des Hammerwerks anstrebt.

Ein „arbeitendes Museum“ mit regelmäßigen Schmiedevorführungen soll im Rahmen des Konzepts der „aktiven Denkmalpflege“ unter konservatorischen, pädagogischen und touristischen Zielsetzungen realisiert werden.

 

Ehemalige Betreiberfamilien der historischen Wappenschmiede:

Johann Adam Lanz ist 1792 erster Besitzer der Hammerschmiede. Er war auch „Bord-schnitter“ ( Sägemüller ) und Mahlmüller. Die gegenüber liegende Mahl- und Sägemühle war ebenfalls in seinem Besitz. Wie sein Vater Melchior war J. A. Lanz „Bordschnitter auf Mückenwiese“ . 1788 wird er als Bürger und Müllermeister, 1792 als Schmiedemeister in Elmstein erwähnt. Von 1812–1819 war er Bürgermeister von Elmstein. 1822 starb er.

Georg Römer, Schwiegersohn von J.A. Lanz erbt die Wappenschmiede. Sie blieb nachfolgend Eigentum der Familie Römer von 1822–1887, dann wurde sie zwangsversteigert.

Andreas Lanz erbte von seinem Vater die Mahl- und Sägemühle: die Teilung des Besitzes der Mühlen, die aus einem Wasserkanal gespeist wurden führte zum Streit über die Wasserverteilung. In der Schmiede wurde 1844 zusätzlich eine Hanfreibe zur Gewinnung von Hanffasern eingerichtet, die dann unter Theobald Haag nach 1887 stillgelegt wurde.

Die Schmiede wurde bis in die 1970er Jahre, zuletzt von Heinrich Haag, betrieben.

Um 1890 wurde durch Theobald Haag nach erfolgreich bestandenem Wasserstreit mit seinem Nachbarn Schmalenberger eine über Transmission betriebene Sägemühle eingerichtet. Das Gebäude steht noch als Anbau der Wappenschmiede, die technische Einrichtung ist jedoch verloren.

Es wurden Produkte für Forstwirtschaft (Waldarbeiter), Steinbrecher, Steinmetzen, Maurer und Flößer hergestellt:
- Spaltkeile, Schäleisen, Schälschippen, Spaltäxte, Kulturhacken, Pflanzeisen;
- Zweispitze, Maurerhämmer, Steinkeile, Steinschlegel, Grähnel, Fugeisen, Stemmeisen, Bruchsteinhämmer;
- Wagenachsen, Feldhacken, Karste mit 2 oder 3 Zinken, Wiesenbeile, Pflugscharen, Flößerhaken.

Oft wurde auch nachts gearbeitet, wenn die Arbeitsgeräte der Waldarbeiter instandgesetzt und geschärft werden mussten.
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